Facebook & Co: 5 Gründe für Ihre eigene Webseite im Internet
Facebook & Co: 5 Gründe für Ihre eigene Webseite im Internet

Facebook & Co: 5 Gründe für Ihre eigene Webseite im Internet

Es gibt doch Facebook, Instagram, Twitter und so weiter. Wozu brauche ich dann eine eigene Webseite?

1. Der Anbieter kann sich ändern.

Der wichtigste Grund für eine eigene Webseite ist, dass die Webseite Ihnen gehört. Ein Konto bei den sozialen Medien gehört dem Anbieter.

Ein Beispiel: Elon Musk kauft Twitter. Vielleicht möchte ein anderer Milliardär Facebook kaufen? Oder Instagram? Oder ein Politiker, dem Sie in herzlicher Abneigung verbunden sind, übernimmt das Ruder bei TikTok. Mit anderen Worten:

Plötzlich befindet sich ihre ausgeklügelte social Media-Präsenz in einem Umfeld, das sie sich nicht ausgesucht haben und das ihnen vielleicht auch nicht gefällt. Und möglicherweise ändert der neue Inhaber die Spielregeln.

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2. Die Inhalte auf den sozialen Medien gehören…

den „sozialen Medien“. Die Inhalte, die Sie erstellt haben, darf Facebook bzw. Meta, wie der Konzern seit 2021 heißt, nutzen. Das Urheberrecht an Fotos, die Sie auf Facebook posten, geht automatisch auch an Facebook – zur deren eigener Verwendung. Damit entziehen sich Ihre eigenen Inhalte Ihrer Kontrolle. Das steht in den allgemeinen Nutzungsbedingungen, denen Sie zugestimmt haben.

Selbstverständlich erhalten Sie dafür keine Vergütung – Sie dürfen Facebook & Co schließlich „gratis“ nutzen. Nein, es ist nicht umsonst. Sie zahlen mit Ihren Daten.

3. Nicht gratis: Wie Sie bei Facebook & Co zwei mal zahlen

Wer Sie mit „like“ kennzeichnet, merkt Facebook sich. Was Sie anbieten, merkt Facebook sich. Mit wem Sie „in Freundschaft“ verbunden sind, ebenfalls. Wohin Menschen, die Sie liken, in den Urlaub fahren – Sie ahnen es – merkt sich Facebook auch. Wie all die so entstandenen Daten miteinander verknüpft und verwertet werden, bestimmen allein Facebook, Instagram, Twitter, Tiktok usw. Das ist der oft zitierte Algorithmus: die Auswertung der gesammelten Daten nach bestimmten Kriterien.

Dazu kommt: Wenn Sie mit Anzeigen auf Facebook für Ihr Unternehmen werben, zahlen Sie für die Daten, die Sie „Meta“ kostenlos überlassen haben, bares Geld. Sie zahlen also zwei Mal. Ich finde, das ist ein schlechtes Geschäft für Sie.

4. Außerdem: Facebook macht Ihnen den Datenschutz unmöglich

facebook Urteil

Ein kurzer Ausflug ins Thema Datenschutz: Nach Artikel 26 DSGVO sind Betreiber und Hoster (hier also Facebook) einer Webseite gemeinsam für die Einhaltung der Daten­schutz­bestimmungen verantwortlich. Wer eine Unternehmens-Fanpage auf Facebook betreibt, kann Facebook jedoch nicht davon abhalten, auf die Daten der Besucher zuzugreifen. Deswegen verstößt eine Facebook-Fanpage gegen Artikel 26 DSGVO.

Das BVerwG hat in seinem Urteil vom 11. September 2019 (BVerwG 6 C 15.18) entschieden, dass ein Unternehmen aus datenschutzrechtlichen Gründen von einer Datenschutzbehörde dazu aufgefordert werden kann, seine Fanpage auf Facebook zu löschen. Das Ganze ging vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH), wo diese Rechtsauffassung bestätigt wurde.

Nun hat Facebook versucht, nachzubessern. Leider führen diese Bemühungen nicht dazu, das Problem zu lösen. Noch immer können Betreiber einer Fanpage auf Facebook – und darum handelt es sich bei einer Firmen-Facebook-Seite – den Schutz der Daten ihrer Besucher auf dieser Seite nicht gewährleisten. Die erforderliche gemeinsame Verantwortung des Seitenbetreibers und Facebooks gemäß Artikel 26 DSGVO ist noch immer nicht gewährleistet (Stand April 2022). Mehr dazu lesen Sie hier. Fazit: Wenn Sie statt einer „richtigen“ Webseite lieber eine Präsenz in den sozialen Medien betreiben, gehen Sie Risiken ein, die nicht allein in Ihren Händen liegen. Sie sind abhängig vom Betreiber der Plattform.

5. Die Lebensdauer der Inhalte

Wie lange leben Ihre Inhalte im Internet? Mit Akribie und Zeitaufwand erstellen Sie die Inhalte für Ihre Internetpräsenz. Der Aufwand lohnt sich nur, wenn Inhalte auch gelesen werden. Die Chance, dass Ihre Posts von Ihrer Zielgruppe wahrgenommen werden können, ist auch davon abhängig, wie lange Ihre Beiträge überhaupt im Newsfeed der Plattform sichtbar sind. Hier ein paar Zahlen des indischen Softwareentwicklers Mamsys (zitiert nach Sportbrain und textbroker):

So lange sind Beiträge im Internet durchschnittlich sichtbar

  • Twitter: 18 Minuten
  • Facebook: 5 Stunden
  • Instagram: 21 Stunden
  • YouTube: 20 Tage

Die Posts sind regelrechte Eintragsfliegen im Vergleich zum Blogeintrag auf der eigenen Webseite:

  • Blog: 2 Jahre!

Zwei Jahre! So lange „lebt“ übrigens auch kein Flyer, kein Plakat und erst recht keine Zeitungsanzeige.